Streit um Arbeits- und Hygienebedingungen für Erntehelfer – Grüne fordern umfassende Aufklärung

Wie der rbb am 23. April berichtete, haben 15 rumänische Erntehelferinnen und Erntehelfer den Spreewälder Gemüsehof Ricken nach nur zwei Wochen wegen schlechter Arbeits- und Hygienebedingungen wieder verlassen. Sie beklagten, dass aufgrund von Akkordvorgaben und Abzügen für die Unterbringung kaum Einkünfte übrigbleiben und ihnen darüber hinaus auch die Kosten für die Flugreise in Rechnung gestellt werden sollen. Ungeachtet dessen berichteten sie von unzureichendem Gesundheitsschutz für die Erntehelfer und mangelhaften hygienischen Bedingungen in den Unterkünften und auf den Feldern. Inzwischen haben sich die Hinweise verdichtet.

Dies kommentieren Isabell Hiekel, agrarpolitische Sprecherin, und Benjamin Raschke, Fraktionsvorsitzender der Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, wie folgt: „Immer wieder war in den vergangenen Wochen von Seiten der Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe darauf hingewiesen worden, wie wichtig die ausländischen Erntehelfer für die Absicherung der notwendigen Arbeiten auf den Feldern sind. Wenn Erntehelfer aus anderen Ländern zu uns kommen, muss gewährleistet sein, dass sie ordentlich untergebracht und entlohnt werden. Arbeitsrechte und Gesundheitsschutz – auch für ausländische Erntehelfer – dürfen während der Coronakrise nicht auf der Strecke bleiben. Wir fordern daher die Landesregierung auf, diesen Fall lückenlos hinsichtlich von Unterbringung, Versorgung und Gesundheitsschutz sowie Entlohnung der rumänischen Erntehelfer aufzuklären. Vor allem müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit sich derartige Fälle nicht wiederholen und die Branche keinen Schaden nimmt.“

Die beiden Spreewälder Abgeordneten begrüßten zudem, dass es Dank des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz gelungen ist, die 15 Erntehelfer kurzfristig an einen anderen brandenburgischen Betrieb zu vermitteln. „Wir gehen davon aus, dass es sich bei diesem bedauerlichen Vorfall um einen Einzelfall handelt und die Erntehelfer in anderen Betrieben gut untergebracht und versorgt werden. Dennoch wirft die Angelegenheit die Frage nach Überprüfung von Standards in der Praxis auf.“